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Aktuelle Empfehlungen zur Covid-Impfung 2026

16.09.2026 - Medizinisches - von Claudia Franke

COVID-19 gehört inzwischen zum saisonalen Infektionsgeschehen. Die meisten Menschen verfügen durch frühere Impfungen und/oder Infektionen über eine sogenannte hybride Immunität. Dadurch ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei vielen Menschen deutlich geringer als zu Beginn der Pandemie.

Trotzdem kann eine COVID-19-Erkrankung insbesondere für ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen weiterhin ernst verlaufen. Deshalb aktualisiert die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlungen regelmäßig. Die STIKO hat ihre Empfehlungen im Juli 2026 an die aktuelle epidemiologische Situation und den Immunitätsstatus der Bevölkerung angepasst. Die Standardempfehlung für eine jährliche COVID-19-Impfung gilt nun für Menschen ab 75 Jahren. Für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen oder anderen Risikofaktoren kann eine jährliche Impfung unabhängig vom Alter weiterhin sinnvoll und empfohlen sein.

Wer sollte sich 2026 gegen COVID-19 impfen lassen?

Die STIKO unterscheidet häufig (und auch in diesem Fall) zwischen einer Standardimpfung und einer Indikationsimpfung.

Menschen ab 75 Jahren

Für Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die STIKO eine jährliche COVID-19-Impfung als Standardimpfung. Die Impfung soll einmal pro Saison, vorzugsweise im Spätsommer beziehungsweise Frühherbst, durchgeführt werden. Damit soll der bestmögliche Schutz während der Herbst- und Wintermonate erreicht werden.

Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen

Auch jüngere Menschen können ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben. Für sie besteht weiterhin eine Impfempfehlung. Dazu gehören unter anderem Menschen mit:

  • chronischen Erkrankungen der Atemwege, beispielsweise COPD
  • chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus oder bestimmten anderen Stoffwechselerkrankungen
  • Adipositas mit einem BMI von mindestens 30
  • bestimmten neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen
  • Trisomie 21 und anderen komplexen Genveränderungen
  • angeborener oder erworbener Immunschwäche
  • bestimmten Krebserkrankungen
  • einer immunsuppressiven Behandlung, beispielsweise nach einer Organtransplantation. 

Bei diesen Personen sollte individuell geprüft werden, ob eine jährliche COVID-19-Impfung angezeigt ist.

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen

Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe gehören zu den Personengruppen, für die die STIKO eine jährliche Impfung empfiehlt.

Medizinisches und pflegerisches Personal

Für Personen, die beruflich ein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion haben und direkten Kontakt zu Patientinnen, Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohnern haben, besteht ebenfalls eine Indikation zur jährlichen Impfung.

Enge Kontaktpersonen besonders gefährdeter Menschen

Eine Impfung kann außerdem für Familienangehörige und enge Kontaktpersonen ab sechs Monaten sinnvoll beziehungsweise empfohlen sein, wenn bei der gefährdeten Person selbst durch eine COVID-19-Impfung keine ausreichende schützende Immunantwort zu erwarten ist.

Was gilt für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren?

Hier hat sich die Empfehlung 2026 deutlich verändert. Die STIKO geht davon aus, dass ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung inzwischen durch frühere Infektionen und Impfungen über eine ausreichende hybride Immunität verfügt. Deshalb besteht für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren mit bestehender Immunität keine allgemeine Empfehlung für eine jährliche COVID-19-Auffrischimpfung. Auch die bisherige Empfehlung, bei gesunden Erwachsenen gezielt eine sogenannte Basisimmunität durch drei Antigenkontakte aufzubauen, wurde im Juli 2026 aufgehoben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine COVID-19-Impfung für jeden Menschen unter 75 Jahren grundsätzlich ausgeschlossen oder nutzlos wäre. Entscheidend sind immer die individuelle Krankengeschichte, vorhandene Risikofaktoren und die bisherige Immunität.

Was gilt in der Schwangerschaft?

Auch bei gesunden Schwangeren hat die STIKO ihre Empfehlung angepasst.  Da die meisten Menschen bereits über eine durch Infektionen und Impfungen erworbene Immunität verfügen, besteht bei gesunden Schwangeren mit bestehender Immunität keine routinemäßige Empfehlung für eine jährliche COVID-19-Auffrischimpfung.

Bei einer unvollständigen Immunität oder bestimmten gesundheitlichen Risiken kann die Situation anders sein. Eine individuelle Beratung in der Arztpraxis ist dann sinnvoll.

Welcher Impfstoff wird empfohlen?

Die STIKO empfiehlt zugelassene mRNA- oder proteinbasierte COVID-19-Impfstoffe, die jeweils an die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Virusvarianten angepasst sind.

Welcher Impfstoff im Einzelfall verwendet wird, hängt unter anderem vom Alter, von Vorerkrankungen, möglichen Gegenanzeigen und der aktuell verfügbaren Impfstoffzusammensetzung ab.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die COVID-19-Impfung?

Die STIKO empfiehlt die jährliche Impfung einmal pro Saison, möglichst zu Beginn der COVID-19-Saison im Spätsommer oder Frühherbst. 

Das bedeutet: Wer zu einer Personengruppe mit Impfempfehlung gehört, sollte die COVID-19-Impfung möglichst rechtzeitig für die Herbst- und Wintersaison einplanen. Eine Impfung kann – sofern jeweils eine entsprechende Indikation besteht – auch gleichzeitig mit anderen saisonalen Impfungen erfolgen, beispielsweise der Influenza-Impfung.

Was ist, wenn ich in diesem Jahr bereits COVID-19 hatte?

Bei immungesunden Personen aus den Risikogruppen ist eine zusätzliche jährliche Impfung nach einer im selben Jahr durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion in der Regel nicht notwendig. Die individuelle Situation kann jedoch insbesondere bei älteren Menschen oder bei einer Immunschwäche anders beurteilt werden.  Deshalb sollte nach einer durchgemachten Infektion gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden werden, wann eine weitere Impfung sinnvoll ist.

Warum wird weiterhin geimpft?

Die COVID-19-Impfung kann eine Infektion nicht zuverlässig verhindern. Ihr wichtigstes Ziel ist vielmehr der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Gerade bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kann eine COVID-19-Erkrankung zu einer Lungenentzündung, einer Verschlechterung bestehender Erkrankungen oder einer notwendigen Krankenhausbehandlung führen.

Die STIKO berücksichtigt bei ihren Empfehlungen deshalb insbesondere das persönliche Risiko für einen schweren Verlauf und den zu erwartenden Nutzen der Impfung.

Unser Fazit für die Saison 2026/27

Die COVID-19-Impfempfehlungen sind heute deutlich stärker auf diejenigen Menschen konzentriert, die von einer Impfung besonders profitieren.

Sie sind unsicher, ob Sie in diesem Herbst eine COVID-19-Impfung benötigen?

Sprechen Sie uns gerne in der Hausarztpraxis an. Wir prüfen gemeinsam Ihren Impfstatus und Ihre individuellen Risikofaktoren und besprechen, ob eine Impfung für Sie empfohlen ist.

Wir werden noch gesondert über unsere Impftage für Grippe und Covid-19 informieren. Da wir weiterhin die Bestände des Bundesgesundheitsministeriums aufbrauchen (müssen), haben wir vermutlich auch dieses Jahr noch keine Möglichkeit, Einzelimpfstoffe (außer für Kinder) über die Apotheke zu bestellen. Das bedeutet, dass wir auch weiterhin Impf-Interessierte sammeln und dann blockweise impfen, da es sich weiterhin um Sammelampullen von ca. 6-10 Impfdosen pro geöffnetem Vial handelt.

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